Blick von Oben auf die Garagen

Besuch im Buchenberglager – Sondengänger Allgäu

Wir schreiben den 18.04.1945, das Wetter ist teilweise bedeckt, ab und an tröpfelt es. Heinz legt seinen „Völkischen Beobachter“ kopfschüttelnd zu Seite, als er ein entferntes Brummen von Motoren hört. Sicherlich fliegen die Amis wieder auf München, meint er zu RAD-Kameraden.

Keller Ruine Buchenberglager

Heinz hat in seiner Laufbahn zum RAD-Obertruppführer so einiges erlebt. Damals als er 1936 wegen seinem steifen Bein und seines Alters, nicht bei der Wehrmacht genommen wurde. Im Nachhinein ist er ganz froh drüber, denn nicht einer seiner Freunde, kam aus dem Krieg zurück und für was? Jetzt kommen die Alliierten jeden Tag näher. Vorherige Woche sah er, wie Fanatiker alte Gewehre 88, an die HJ ausgegeben haben, um das Deutsche Reich hier in Oberhausen b. Neuburg a. D. zu verteidigen. Die schaffen das niemals über die Donau! Die V-Waffen werden die Alliierten zurückdrängen. Für Heinz sind das alles hohle Phrasen. Nicht mal, dass versprochen Häuschen in der Wifo Siedlung war drin, in das er mit seiner Frau Hanelore ziehen wollte. Jetzt hausen die beiden seit 9 Jahren im Buchenberglager, direkt neben der Baustelle.

Waschbecke im Bombentrichter Buchenberglager

Hanelore kümmert sich mit drei anderen Frauen, um die Kantine. Keiner weiß genau, wie viele von dem Zeppelin ähnlichen, unterirdischen Tanks hier gebaut wurden. Heinz war bei zweien dabei. Seit er vor vier Jahren, in die Beschaffung versetzt wurde und jetzt einen Büroarbeitsplatz im Verwaltungsgebäude hat. Gerade bauen sie einen neuen Tank, allerdings gibt es kaum noch Zement und Armierungsdraht. Heinz bekommt gar nicht mit, dass es aufklart, die Bomber bereits, fast über ihm sind, ihre Bombenklappen geöffnet haben. Der erste Einschlag, einen guten Kilometer entfernt, lässt ihn aufschrecken. Ich muss Hannelore warnen! Er rennt zurück zur Küchenbaracke, öffnet die Tür und sieht Hanelore am Waschbecken. Doch es ist zu spät!

Buche im Buchenberglager

Bitte zerreißt mich jetzt nicht, verbal in der Luft. Es ist eine fiktive Geschichte. Allerdings hat die Stimmung in diesen Wald (Lost Places) mich dazu inspiriert, so eine Geschichte zu schreiben. Ich war jetzt zweimal mit Christian dort und bin immer wieder überwältigt von der Wucht dieses, verhältnismäßig kleinen Luftangriffs.

Garage Buchenberglager

Wenn das hier 74 Jahre nach Kriegsende, so aussieht. Wie sahen Städte wie Dresden, Essen, Berlin usw. aus? Dieser Luftangriff hat 13 Todesopfer gefordert und das Buchenberglager, hauptsächlich Wohn- und Verwaltungsbaracken, komplett zerstört. Von den nahegelegen Treibstofftanks wurde einer beschädigt.

Eigentlich hatte ich keinen großen Bock auf Sondeln und es macht bei den ganzen Bombensplittern auch keinen Spaß.

Einer von Tausenden. Bombensplitter. Ruine Buchenberglager

Denn die geben ein echt gutes Signal ab. Bei unserem ersten Besuch haben wir den Propeller eines Zünders gefunden. Sicherlich ist der Bereich auch gut abgesucht. Ab und An findet man noch Scherben, mit der Windmühle. Das war es aber auch. Denkt bitte immer beim Buddeln daran, dass 10 % der alliierten Bomben Blindgänger waren und der Wald sieht nicht beräumt aus. Ist dafür auch viel zu groß.

Scherbe mit Hakenkreuz

Hoffe die Story hat euch gefallen. Euer Sondengänger Allgäu!

Anbei noch eine kleine Galerie.